Kapuzinerkloster

Die Geschichte der Kapuzinerniederlassung im Oberwallis ist eine sich stetig verändernde, die schon am Ende des 16. Jahrhunderts begann. Das erste Kapuzinerkloster von Brig geht auf das Jahr 1659 zurück und wurde von Kaspar Stockalper ungefähr zeitgleich wie die Jesuiten und die Ursulinen hierher berufen und massgeblich finanziell unterstützt. Die drei Orden sollten das Bildungsniveau der Bevölkerung heben, wobei den Jesuiten die männliche und den Ursulinen die weibliche Jugend anvertraut werden sollte. Die im Volk sehr beliebten und nach den Regeln des Hl. Franziskus in Bescheidenheit lebenden Kapuziner sollten demgegenüber nicht nur die Jungen, sondern alle Schichten der Bevölkerung ansprechen.

Das Kapuzinerkloster befand sich am Standort der heutigen Überbauung „Apollo“ an der Gliserallee. Später wurde dieses geschlossen und erst 1947/48 in der jetzigen Lage (Kapuzinerstrasse 57) neu errichtet. Nach dem Brand von 1979 musste es wieder aufgebaut werden. Es besteht aus dem eigentlichen Hospiz und einer Klosterkirche.

2017 musste der Schweizer Kapuzinerorden wegen Nachwuchsmangel seine Niederlassung in Glis leider aufgeben. Die Bevölkerung nahm sehr traurig davon Kenntnis, waren doch die Patres und Brüder landauf und landab hoch geachtet und geschätzt. Zeugnis dieser Verbundenheit war unter anderem der regelrechte Ansturm zur Beichte während der Karwoche.

Glücklicherweise konnte mit dem Kanton Wallis eine gute Lösung gefunden werden: Dieser erwarb die gesamte Liegenschaft und stellt sie der Stiftung „emera“ als Wohnraum für behinderte Personen zur Verfügung. Die Kirche selbst bleibt als sakraler Raum erhalten; Messen werden weiterhin von den Ortsgeistlichen abgehalten. Mit der Betreuung von Menschen mit Einschränkung lebt Klostergedanke weiter. Den Kapuzinern sei auch für dieses Zeichen der Barmherzigkeit gedankt.