Imageanalyse

Durch den wirtschaftlichen Strukturwandel und die Konkurrenz um finanzielle Mittel, Firmenansiedlungen, Arbeitsplätze, Bevölkerung und Infrastruktur fällt es den einzelnen Gemeinden zunehmend schwerer, sich im Konzert der Standorte bemerkbar zu machen, geschweige denn alleine zu behaupten.

Zur Erhaltung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit hat sich das Regionalmarketing in einer Vielzahl unterschiedlicher Regionen in ganz Europa bewährt. Regionalmarketing eignet sich als Instrument zur Abstimmung von regionalen Entwicklungsstrategien und um Investoren und Touristen sowie Bürger/innen für eine Region zu gewinnen.

Um eine nachhaltige Positionierung und Profilierung im kantonalen und nationalen Kontext zu erreichen, wollen die Gemeinden Brig-Glis und Naters gemeinsam ein Regionalmarketing aufbauen. Die zwei Gemeinden haben bereits ein gemeinsames regionales Leitbild entwickelt. Darin ist ebenfalls eine umfassende SWOT-Analyse enthalten. Damit sind die Phasen «Analyse» und «Leitbild» bereits bearbeitet worden, welche als Vorgaben für die weitere Konzeption des Regionalmarketings gelten. Die Imageanalyse, als nächster Schritt, wurde inzwischen durchgeführt und die Resultate liegen vor.

Das Institut Wirtschaft & Tourismus der Hochschule Wallis wurde von den Gemeinden Brig-Glis und Naters mit der Durchführung der Imageanalyse beauftragt. Der Hauptbestandteil dieser Imageanalyse bildet die Bevölkerungsbefragung. Die Ergebnisse der Befragung dienen als Grundlage für den Aufbau der Regionalmarketing-Strategie für die Region Brig-Glis und Naters. Im privaten Sektor wird heute die identitätsorientierte Markenführung als zukunftsweisend propagiert.

Dabei geht es darum, Mitarbeitende, also interne, als Multiplikatoren des Firmenimages zu benutzen. Jeder Mitarbeitende dient somit als Botschafter für die eigene Positionierung. Wird davon ausgegangen, dass jeder Mitarbeitende mit etwa 100 verschiedenen Personen pro Jahr über das Unternehmen spricht, ist erkennbar, wie gross die Multiplikatoreneffekte sein können. Deshalb ist es wichtig, dass das Eigenbild mit der angestrebten Positionierung übereinstimmt.
Wenn eine Grossbank sich als innovativ bezeichnet, die Mitarbeitenden jedoch das Gegenteil empfinden, wird es schwierig sein, diese Positionierung glaubhaft zu transportieren. Es ist zwar möglich, eine Posi-tionierung ohne die als Multiplikatoren dienenden Mitarbeitenden zu erreichen, allerdings nur mit sehr grossem finanziellem Engagement. Noch stärker hat diese identitätsorientierte Positionierung Gültigkeit für den öffentlichen Sektor, weil das Produkt «Gemeinde» hauptsächlich von den Einwohnern definiert wird. Eine Gemeinde oder Region wird sich nicht glaubhaft und dauerhaft als etwas positionieren können, das von den Einwohnern gegenteilig empfunden wird. Ausser – wie bereits erwähnt – mit grossen finanziellen Anstrengungen. Deshalb muss für die künftige Marketing-Strategie zuerst das Eigenbild oder die Identität ermittelt werden.

Brig-Glis

Naters